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1. DER NÖRDLICHE SEEWEG

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Nördlich der russischen Küsten erstreckt sich ein etwa 6500 Kilometer langer Seeweg, der den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Er ist als Nordostpassage bekannt. Bei der vollständigen Querung dieser transarktischen Route passieren Schiffe die Randmeere des Arktischen Ozeans – Barentssee, Karasee, Laptewsee, die Ostsibirische See und die Tschuktschensee, bis sie die Beringstraße erreichen, die Russland von Amerika trennt. In Russland spricht man vom Nördlichen Seeweg. Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, haben jedoch eine andere Bedeutung.  Administrativ wird unter dem Nördlichen Seeweg die Transportroute verstanden, die an der Grenze zwischen Barents- und Karasee, also im Bereich von Nowaja Semlja, beginnt und in der Beringstraße endet.  

Auf diesem Seeweg lassen sich Güter ungleich schneller von Europa nach Asien bringen. Beträgt die Länge von Rotterdam nach Tokio durch den Suezkanal 21100 Kilometer, müssen Schiffe über die Nordostpassage lediglich 14100 Kilometer zurücklegen. Allerdings ist auch heute noch der Seeweg innerhalb einer Navigation nur wenige Wochen vollständig eisfrei.

Es dauerte Jahrhunderte, diesen durchgängigen Seeweg vom Atlantik zum Pazifik zu finden. Noch bis in das 20. Jahrhundert schlugen Versuche immer wieder fehl, die gesamte Trasse in einer Navigation zu durchqueren. Häufig waren die Fahrten mit schweren Überwinterungen im Packeis verbunden.

Fridtjof Nansen
Polarforscher und Friedensnobelpreisträger