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3. VERGEBLICHE VERSUCHE

01

Sir Hugh Willoughby

Sebastian Cabot, einer der Söhne John Cabots, welcher 1497 den amerikanischen Kontinent betreten hatte, hatte nach den Erfahrungen seines Vaters Vorschläge unterbreitet, den Seeweg nach China in Nordwest bzw. Nordost zu suchen. 1553 fanden sich reiche englische Kaufleute und rüsteten eine Expedition mit drei Schiffen aus. Diese Schiffe waren speziell für diese Reise gebaut worden. Der Engländer Sir Hugh Willoughby diente unter Heinrich VIII in verschiedenen Funktionen beim Militär.

Willoughby hatte zwar keinerlei Erfahrung als Seemann, wurde auf Grund seiner vorangegangenen Verdienste jedoch mit der Leitung der Expedition, die den Seeweg in nordöstlicher Richtung suchen sollte, betraut.

Er befehligt die Buona Speranza, Durforth die Buona Confidenca und Richard Chancellor und Stephen Burrough die Edward Buonaventura.

Die Expedition verließ am 10. Mai 1553 den Heimathafen unter der Bezeichnung ‚Company of Merchant Adventurers to New Lands‘ und wurde später bekannt unter dem Namen ‚Muscovy Company‘. Die gut ausgerüsteten Schiffe segelten Richtung Norwegen. Das Wetter war sehr stürmisch, so dass Anfang August die Buonaventura von den anderen beiden Schiffen getrennt wurde. Die anderen beiden Schiffe segelten weiter nach Nordost.

Sir Hugh Willoughby, um 1550
Sir Hugh Willoughby, um 1550

Die Mannschaften der Buona Speranza und der Buona Confidenca wurden niemals wieder lebend gesehen. Im Frühjahr 1554 fanden russische Fischer beide Schiffe. Die gesamte Besatzung von 63 Mann war tot. Aus dem ebenfalls aufgefundenen Tagebuch Willoughbys ließ sich der Hergang ihrer Reise rekonstruieren. Der Sturm hatte sie weit von der Küste fortgetrieben, ihre Karten waren ungenau, der Kompass funktionierte in diesen Breiten nicht richtig und eine astronomische Positionsbestimmung war auf Grund des schlechten Wetters nicht möglich.

Nachdem sie im Osten nicht weiter kamen, fanden sie eine Bucht des Flüsschens Warsina auf der Kola-Halbinsel und beschlossen, ihr Lager aufzuschlagen. Das war der Beginn der ersten Überwinterung in der Arktis. Willoughby schreibt:

Am 8. September liefen wir in diesen Hafen ein und gingen in einer Tiefe von 6 Faden vor Anker. Dieser Hafen erstreckt sich etwa 2 Meilen weit ins Festland hinein und ist eine halbe Meile breit. Es gab viele Robben und andere große Fische darin, und auf dem Festland sahen wir Bären, große Hirsche und andere seltsame Tiere und Vögel, wie wilde Schwäne, Möwen und andere, die uns unbekannt waren und unsere Überraschung erregten. Nachdem wir eine Woche in diesem Hafen verbracht hatten und sahen, dass es spät im Jahr und das Wetter schlecht war – mit Frost, Schnee und Hagel, als wäre es mitten im Winter, beschlossen wir, den Winter hier zu verbringen. Deshalb haben wir 3 Leute nach Südsüdwesten geschickt um zu sehen, ob sie Leute finden können. Sie gingen drei Tage lang, fanden aber keine Menschen; danach schickten wir noch 4 Leute in den Westen, aber auch sie kehrten zurück, ohne jemanden anzutreffen. Dann schickten wir drei Leute in südöstliche Richtung, die in der gleichen Reihenfolge zurückkehrten, ohne Menschen oder irgendeine Unterkunft vorzufinden.

Lange Zeit wurde angenommen, dass die Männer an Skorbut und der unbarmherzigen Kälte umgekommen waren. In jüngster Zeit gibt es allerdings die Theorie, dass sie eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten haben könnten. Um der Kälte zu widerstehen, hatte man das Schiff, so gut es geht, abgedichtet und den Schornstein verschlossen.

Chancellor hatte nach der Trennung der Schiffe den vereinbarten Treffpunkt Vardö angelaufen. Nach sieben Tagen Wartezeit segelte er mit der Buonaventura weiter. Ihm gelang es, die Einfahrt in das Weiße Meer zu finden und erreichte am 24. August die Dwina-Mündung. Als sie vor der Letnij-Küste ankerten, erfuhren sie von den erstaunten Bewohnern eines kleinen Dörfchens, dass sie sich in Russland befänden.

Kapitän Chancellors Schiff „Edward Bonaventura“ umrundet das Nordkap
Kapitän Chancellors Schiff „Edward Bonaventura“ umrundet das Nordkap

Chancellor segelte mit seinen Leuten weiter bis zu dem Ort, an dem sich das heutige Sewerodwinsk befindet und informierte den dortigen Gouverneur über das Schreiben seines Königs Edward VI. Daraufhin wurden die exotischen Gäste an den Hof des Zaren Iwan des Schrecklichen gerufen.

 

 

Richard Chancellor war beeindruckt von der Stadt:

Iwan IV., genannt der Schreckliche, H. Weigel d.Ä. 16. Jh.
Iwan IV., genannt der Schreckliche, H. Weigel d.Ä. 16. Jh.

Moskau selbst ist sehr groß. Ich glaube, dass die Stadt als Ganzes größer ist als London und seine Vororte. Aber es ist sehr grob gebaut und steht ohne jede Ordnung. Alle Häuser sind aus Holz, was im Hinblick auf Feuer sehr gefährlich ist. In Moskau gibt es ein wunderschönes Schloss, dessen hohe Mauern aus Ziegeln gebaut sind. Hier lebt der Zar, und es gibt darin neun wunderschöne Kirchen für den Klerus.

Der Zar berief einen Sonderrat zur Prüfung der von den Engländern geforderten Handelsrechte ein. Schließlich wurde Cholmogory als Haupthandelsplatz benannt. Zar Iwan IV. übergab den Engländern einen Handelsbrief an Edward VI., der ihnen zollfreien Handel in ganz Russland gestattete. 

Richard Chancellor beim Empfang Iwan IV., Fragment eines französischen Stichs
Richard Chancellor beim Empfang Iwan IV., Fragment eines französischen Stichs

Richard Chancellor kehrte im Sommer 1554 nach England zurück. Der König war zwischenzeitlich gestorben. Maria I., die Halbschwester Edwards VI., bekannt auch als Maria Tudor, hatte den Thron bestiegen. Sie gründete im Februar 1555 die Muscovy Company – offiziell benannt „marchants adventurers of England, for the discovery of lands, territories, iles, dominions, and seigniories unknowen, and not before that late adventure or enterprise by sea or navigation, commonly frequented”.

Als Handelsorganisation hatte diese bis zur Oktoberrevolution 1917 Bestand. Seitdem agiert sie als Wohltätigkeitsorganisation.

02

Olivier Brunel

Die Niederlande hatten sich von Spanien unabhängig erklärt und strebten an, nun auch eine Handelsmacht zu werden. In diesem Sinne begannen sie, ebenso wie die Engländer, Vorstöße nach den „Gewürzländern“ über Seerouten, die nicht von Spanien und Portugal kontrolliert waren.

Der aus Flamen stammende Olivier Brunel war wohl schon 1565 zum Handelsposten Cholmogory gelangt, der der Muscovy Company vorbehalten war. Brunel wurde dort für mehrere Jahre als Spion festgesetzt. Die reichen Stroganows kauften ihn schließlich frei und so trat er in ihre Dienste. Er lernte weite Gebiete Russlands kennen und gelangte auf seinen Reisen bis zum Ob. Es gelang ihm, die Stroganows zur Ausrüstung einer Expedition zu überzeugen. Er meinte, dem Ob flussaufwärts folgend,  werde man China erreichen können.

Die Schiffbauer kamen aus den Niederlanden, auch die Mannschaft sollte in den Niederlanden angeheuert werden. Und dort bot Brunel nun die Schirmherrschaft über die Expedition einer Gruppe reicher Niederländer um den Kaufherren Balthazar de Moucheron an

 

Balthazar de Moucheron mit Familie, 1563
Balthazar de Moucheron mit Familie, 1563

Im März 1584 verließ Brunels Schiff den Hafen von Enkhuizen Richtung Russland. Es ist nichts Genaues bekannt, wie diese Fahrt verlief. Brunel kam wohl bis Nowaja Semlja, wo er möglicherweise die Matotschkin Schar passiert hatte. Es wird vermutet, dass er 1585 sein Schiff in der Petschoramündung verlor und ertrank.

Das von Olivier Brunel bereiste Gebiet.
Das von Olivier Brunel bereiste Gebiet.

Die Karte zeigt das von Brunel bereiste Gebiet. Links in Lappia der Weiler Kola. Darunter das Weiße Meer mit Cholmogory an der Dwina (Defina Fluvius). Ganz rechts ist der Ob (Obij Fluvius) zu sehen, den er auf dem Landweg erreicht hätte. In der Mitte zwischen dem Festland und der Landmasse, die sich später als Insel (Waigatsch) herausstellen sollte, liegt die Waigatsch-Straße, die er auf seiner letzten Reise 1584/85 wahrscheinlich nicht passieren konnte. (Ausschnitt aus einer Karte von Lucas Janszoon Waghenaer aus dem Jahr 1589)

03

Willem Barents

Kein Jahrzehnt später folgten weitere Niederländer. Wiederum ergriff der Kaufmann Balthazar Boucheron die Initiative, die Schätze Asiens zu erschließen. Dreimal setzten zwischen 1594 und 1596 Schiffe unter Beteiligung des erfahrenen Seemanns Willem Barents Segel Richtung Nordmeer.

Erstmalig verließen drei Schiffe im Jahr 1594 den Hafen von Amsterdam. Barents segelte  entlang der Westküste von Nowaja Semlja und entdeckte dabei einige kleinere Inseln, die heutigen Oranje-Inseln und erreichte die Nordspitze. Auf der Position von 77° Nord blockierte undurchdringliches Packeis den weiteren Weg nach Osten.

 

Willem Barents, Porträt 16. / 17. Jh.
Willem Barents, Porträt 16. / 17. Jh.

 

Die anderen beiden Schiffe unter dem Kommando von Cornelis Nay und Tetgales segelten nahe der russischen Küste und gelangten durch die Jugor-Straße, zwischen der Insel Waigatsch und dem Festland, in die Karasee. Dort trafen sie auf offenes Wasser und waren überzeugt, den gesuchten Weg der Nordostpassage gefunden zu haben. Sie kehrten nach dem Zusammentreffen mit Willem Barents um und überbrachten die gute Botschaft den Finanziers in Amsterdam.

Ermuntert von diesen Nachrichten stattete der damalige Regent über alle niederländischen Provinzen, Prinz Moritz von Oranjen, eine weitaus größere Expedition aus, nun mit sieben Schiffen, die im Juli 1595 in See stach. Für zwei Jahre waren sie mit Proviant ausgerüstet, außerdem mit einer Unmenge Waren, die mit China gehandelt werden sollten. Willem Barents war diesmal Obersteuermann unter Kapitän Jacob van Heemskerk auf dem Goldenen Windhund .

Zwar erreichten die Schiffe wiederum die Karasee, die Expedition stand jedoch unter keinem guten Stern. Sie hatten schon schweres Eis passieren müssen, das Jahr war weit fortgeschritten und zwei Seeleute waren von Eisbären getötet worden. Trotz allem drängte Barents Cornelius Nay, der das Gesamtkommando innehatte, weiter nach Osten vorzudringen. Die Expedition wurde jedoch abgebrochen und kehrte erfolglos im November 1595 nach Holland zurück.

Vom Staate waren nun keine finanziellen Mittel mehr zu erwarten, aber die Aussicht auf reichen Handel mit Asien wollte man sich auch nicht entgehen lassen. Also wurde eine hohe Belohnung ausgelobt für diejenigen, denen es gelingen würde den Seeweg im Norden zu finden.

Der Stadtrat von Amsterdam glaubte an den Erfolg und rüstete zwei Schiffe aus. Kapitän Jacob van Heemskerk war wieder dabei, der zweite war Jan Rijp, Willem Barents erhielt das Kommando. Zwischen Rijp und Barents kam es bald zu Meinungsverschiedenheiten – Barents wollte auf direktem Wege nach Osten, Rijp zunächst weiter nach Norden.

Gerrit de Veer, ein Seefahrer der Expedition, verfasste ein später gedrucktes Tagebuch:

Den 5. Junij / gegen abend / sahen wir das erste Eyß / darüber wir uns verwunderten / und vermeinten von fernen / es weren weisse Schwannen.

Schwäne waren es nicht – sie stießen auf das erste Eis – und wenige Tage später entdeckten sie die heutige Bäreninsel, deren Namensgebung von ihrem Kampfe mit Eisbären herrührt. 

Im Verlaufe des Juni, von der Bäreninsel weiter nach Norden segelnd, sollte ihnen eine noch viel bedeutendere Entdeckung gelingen.

Den 19. sahen wir abermal Land. Diß Land war sehr groß / und wir segleten West dazu / bis auf den 79 G. und 30 M. da wir gute Gelegenheit funden / unsere Ancker außzuwerfen.

Sie hatten plötzlich ein prächtiges Land mit vielen spitzen Bergen vor sich – daher gab Barents ihm den Namen „Spitzbergen“. (Man weiß heute, dass Walfänger den Archipel schon kannten. Allerdings vermochten sie verständlicherweise nicht, dies auf eine europäische Karte zu bringen).

Die Mannschaft vermeinte jedoch, die Küste Grönlands erreicht zu haben. Bis Ende Juni hielt sich die Expedition an der Westküste Spitzbergens auf, musste dann allerdings wegen der Eissituation nach Süden abdrehen, so dass sie sich bald wieder in der Nähe der Bäreninsel wiederfanden.

Die Unstimmigkeiten über das weiter Vorgehen zwischen Rijp einerseits und Barents und Heemskerk andererseits führte dazu, dass sich beide Schiffe trennten. Willem Barents nahm wiederum Kurs auf die Westküste von Nowaja Semlja und querte dabei ein Seegebiet, das heute seinen Namen trägt – die Barentssee. Diesmal erreichte er die Nordspitze am 6. August. Weitere 13 Tage später hatte er es umsegelt und erreichte das Nordostkap von Nowaja Semlja. Er gab ihm die Bezeichnung das „Ersehnte Kap“ ( heute russisch: „Mys Shelanje“). Nun allerdings war kein Weiterkommen mehr.

Die Eismassen zwangen die Mannschaft, sich an Land auf eine äußerst entbehrungsreiche Überwinterung einzustellen. In einer notdürftig zusammen gezimmerten Hütte überstanden sie den arktischen Winter, keiner war je zuvor mit der Polarnacht konfrontiert gewesen.

Als auch im nächsten Sommer alle Hoffnungen schwanden, dass ihr Schiff vom Eis freigegeben werden würde, setzen sie die Reste ihrer Ruderboote instand um zum Festland aufzubrechen. Willem Barents überstand, wie auch vier seiner anderen Kameraden, die Strapazen nicht und starb am 20. Juni 1597. Zwölf von ihnen kehrten, nachdem sie von russischen Seeleuten aufgenommen wurden, nach Amsterdam zurück.

Die Erkundungen der letzten Barents-Expedition haben die Karten des Nordens nachhaltig verändert.

Karte der drei Arktisreisen W. Barents 1594-1596; W. Bernardo 1598
Karte der drei Arktisreisen W. Barents 1594-1596; W. Bernardo 1598
04

Joseph Wiggins

Im 19. Jahrhundert schlug wiederum ein englischer Seefahrer die Seebrücke vom Westen nach Sibirien. Wenngleich es ihm nicht gelang, die gesamte Nordostpassage zu durchqueren, so sind seine erfolgreichen Fahrten bis nach Sibirien heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Joseph Wiggins, geboren 1832, befuhr schon mit 21 Jahren als Kapitän die Meere. Wiggins hatte großes Interesse daran, neue Handelswege nach Sibirien zu erschließen und er war fest davon überzeugt, dass der Seeweg der praktikabelste Weg für die Verbindung sei.

 

Joseph Wiggins (1832 - 1905)
Joseph Wiggins (1832 - 1905)

1874 rüstete er das Dampfschiff Diana aus, die Mannschaft bestand aus sturmerprobten schottischen Seemännern. Wiggins erreichte die Mündung des Jenissej und traf auch auf dem 76. Breitengrad noch nicht auf Eis. Er kehrte problemlos in der gleichen Navigation zurück, um in den Folgejahren 1875 und 1876 wiederum Kurs auf die sibirische Küste zu nehmen. Nachdem man im Herbst 1876 noch keine Nachricht über den Verbleib seiner Expedition mit der Thames hatte, setzte der Kaufmann Alexander Sibirjakow eine Belohnung für die Auffindung auf. Aber bald meldete sich Kapitän Wiggins selbst mit der Nachricht:

Überwinterte in der Nähe von Turuchansk. Der erste Gütertransport, der jemals direkt aus Europa nach Jenisseisk geliefert wurde.

Auf Wiggins Betreiben wurde 1887 die „Phoenix Merchant Adventurers“ gegründet. Noch im gleichen Jahr lieferte er mit dem Dampfschiff Phoenix Waren von England direkt nach Jenisseisk – 10.000 Pud Salz, 326 Pud Anker und Ketten, verschiedene Farben, Kerosin und weiteres.

Wiggings schrieb:

400 Tonnen verschiedener Güter wurden direkt nach Jenissejsk geliefert. Dies war das erste kommerzielle Dampfschiff, das aus Europa dort ankam.

Dieser Handel wurde in den Folgejahren fortgesetzt. 1892 jedoch lief die Phoenix auf dem Jenissej auf Stromschnellen, das Schiff war nicht mehr zu retten und sank.
Havarie der Phoenix 1892
Havarie der Phoenix 1892

Zwischenzeitlich war aber schon seit 1888 der Dampfer Labrador für die Gesellschaft auf gleicher Route unterwegs, im Jahr 1890 transportierten drei weitere Dampfschiffe 800 Tonnen Ware zur Mündung des Jenissej.

Kapitän Wiggins wurde von der Sibirischen Eisenbahngesellschaft zum Transport von Schienen für den Bau der Transsibirischen Eisenbahn bis zur Mündung des Jenissej beauftragt. Darüber hinaus führte er die für die Flussschifffahrt gebauten und mit Nahrungsmitteln beladenen Schiffe Owzyn und Leutnant Malygin sicher durch die Karasee.

Ich habe in 20 Jahren 10 Reisen unternommen. Kein einziges Schiff wurde durch Eis blockiert oder aufgehalten.

Allerdings blieb auch er nicht von Misserfolgen verschont. 1894 verlor er ein Schiff und damit Aufträge. Und es fehlte bei Vielen dass Zutrauen zu dieser häufig von Wetterunbilden beeinträchtigten Seeroute.

Während der Zeit des Russisch-Japanischen Krieges 1904-05 wollte Russland den Nördlichen Seeweg verstärkt für Warentransporte nutzen und man bat Kapitän Wiggins für Beratungen nach St. Petersburg. Joseph Wiggins übernahm, zu dieser Zeit schon schwerkrank, die Organisation der Expedition. Er starb im September 1905, die Flotte musste ohne ihn in See stechen.

Leseempfehlung

Gerrit de Veer : A True Description of Three Voyages by the North-east Towards Cathay and China : Undertaken by the Dutch in the Years 1594, 1595 and 1596 (English Edition), HardPress Publishing 2014. Goncharov AE and Orel IV (2019) Thames meets the Enisei: Captain Joseph Wiggins’s expedition to the Kara Sea and Enisei, 1876–1877. Polar Record 55: 425–440.

Alle Public Domain, außer:

Abschnitt 4 – Joseph Wiggins aus: Yeniseyskiy muzey-zapovednik.                                                            Fotografie Barbara Schennerlein.

Fridtjof Nansen
Polarforscher und Friedensnobelpreisträger